Genetischer Wolfsnachweis in den Landkreisen Schwalm-Eder und Hersfeld-Rotenburg 

 

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) informierte mit Nachricht vom 24.10.2019 in Abstimmung mit den hessischen Umweltministerium (HMUKLV) darüber, dass in den Landkreisen Schwalm-Eder und Hersfeld-Rotenburg in den vergangenen Monaten genetisch zwei weibliche Wölfe nachgewiesen wurden: 

  • GW1142f (30.03. Alheim-Licherode, Hersf. Rotenbg.),
  • GW1409f (01.08. Herlefeld, Schwalm-Eder/ 04.10. Dens-Nentershausen, Hersf.Rotenbg.)

Die Laborkürzel GW stehen dabei für GrauWolf, dann folgt eine fortlaufende Labornummer, das „f“ steht für female.

 

Beide Tiere haben bereits Schäden in Schafhaltungen verursacht, so am 30.03.2019 in Alheim-Licherode und am 04.10.2019 in Dens-Nentershausen. Außerdem wurde die Wölfin GW1409f am 01.08.2019 an einem getöteten Rotwild-Alttier nachgewiesen, was ihre Präsenz über mindestens acht Wochen in der Region belegt.

 

Am 23.10.2019 kam es zu einem eneuten Übergriff auf eine Schafhaltung bei Malsfeld im Schwalm-Eder-Kreis, allerdings ist noch zu ermitteln ist, ob ein Wolf hier der Verursacher war.

 

Das HLNUG weist in diesem Kontext auf die gute fachliche Praxis des Einzäunen (vgl. https://llh.hessen.de/tier/schafe-und-ziegen/gute-fachliche-praxis-in-der-weidetierhaltung/) hin, damit Wölfe nicht lernen sollen, dass Schafe und andere Nutztiere für sie leichte Beute sind.

 

Ebenso geht das HLNUG davon aus, dass jederzeit und überall in Hessen ein Wolf durch ein Gebiet ziehen kann, da sich Wölfe in Deutschland weiter ausbreiten werden und somit auch vermehrt nach Hessen kommen.

 

Eine eindeutige Aussage, ob im Kontext mit den vorherigen Beobachtungen (vgl. Mitteilung vom 15.10.2019) nun von einer Sesshaftigkeit auszugehen ist, wurde seitens des HLNUG leider nicht getroffen. 


Wolfsriss im Landkreis Hersfeld-Rotenburg 

 

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) informierte am 15.10.2019, dass die vor wenigen Tagen in Nentershausen (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) gerissenen Schafe von einen Wolf getötet wurden.

 

Anfang des Monats hatte ein Landwirt drei tote Schafe vorgefunden. Ein weiteres Tier musste aufgrund seiner Verletzungen eingeschläfert werden. Die Auswertung einer DNA-Probe bestätigte nun den Verdacht eines Wolfsrisses. Weitergehende Analysen sind vorgesehen, um

herauszufinden, ob die Herkunft des Wolfs ermittelt werden kann.

 

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg war es seit Ende März 2019 bereits zu zwei Vorfällen gekommen, bei denen nachweislich Schafe durch einen Wolf getötet wurden: am 30. März bei Alheim/Licherode und am 14. Juni bei Ronshausen. Weitere Verdachtsfälle wurden untersucht, konnten aber genetisch nicht bestätigt werden.

 

In Hessen wurden im Jahresverlauf in mehr als einem Dutzend Fällen Wölfe durch Fotos oder Genetik-Tests nachgewiesen. Es waren aber nicht alles verschiedene Tiere, wie aus einer Auflistung des Landesamtes hervorgeht. Vor allem der Wolf mit der internen Kennung HW01 wurde vermehrt nachgewiesen, erstmals Mitte Juni in Ronhausen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Bis Oktober hinterließ er wiederholt Spuren im Vogelsbergkreis und im Schwalm-Eder-Kreis. Von einer Sesshaftigkeit kann nach Aussage des HLNUG ausgegangen werden, wenn bis Dezember weitere genetische Nachweise zu diesem Wolf erbracht werden.

 


 

Herdenschutzprämie PLUS

 

In Hessen wurde zwischenzeitlich die neuen Herdenschutzprämie PLUS eingeführt.

 

 

 

Eine FAQ hierzu sowie das Antragsformular sind unten angefügt. Ebenso die Pressemitteilung zur Einführung der Herdenschutzprämie. Die Formulare können auch auf der Homepage der WIBank heruntergeladen werden (dies wird bei Antragstellung aufgrund möglicher Änderungen empfohlen).

 

Laufende Förderanträge nach der bisherigen Förderrichtlinie für den Herdenschutz können auf das neue Verfahren umgestellt werden. Beide Verfahren unterscheiden sich insbesondere dadurch, dass bestimmte Schutzstandards bei der Variante Plus verpflichtend sind und entsprechend höher gefördert werden.

 

 

 

Wie das HMUKLV informiert, soll der aktuelle Sachstand etwaiger weiterer Erkenntnisse zu Wolfsvorkommen in Hessen künftig jeweils auf der Homepage des HLNUG dargestellt werden: https://www.hlnug.de/?id=12005.

 

 

 

In Rheinland-Pfalz wurde im Bereich Stegskopf bei Daaden (Dreiländereck RLP, HE, NRW) eine ortsfeste aktive Wölfin festgestellt.

 

In der bayerischen Rhön wurde bei Schondra ebenfalls ein ortsfest aktiver Wolf festgestellt.

 

In Thüringen ist das nächste ortsfeste Wolfsvorkommen (eine Wölfin) unverändert bei Ohrdruf.

 

Bei allen drei Wölfen ist angesichts des Aktionsradius von bis zu 60 km/Nacht nicht auszuschließen, dass Ihre Aktivitäten auch nach Hessen hineinwirken.

 

 

 

Das HMUKLV weist im Kontext der Herdenschutzprämie darauf hin, dass überall in Hessen mit durchstreifenden Wölfen zu rechnen sei. Entsprechend sei bei Ziegen ein vollständiger Herdenschutz (auch entlang von Gewässern!) sicherzustellen.

 

Hierbei sei grundsätzlich ein Herdenschutz mit Elektronetzen anzustreben, der auch bei durchstreifenden Wölfen zu einer negativen Konditionierung führe

 

(Regelmäßiges Erlebnis eines Stromschlags beim Versuch sich Schafen oder Ziegen hinter einem typischen Elektronetz zu nähern). Bei Pferden und Kühen in Herdenhaltung bestehe in aller Regel keine Gefahr durch einen Wolfsriss.

 

Da das Gefährdungsrisiko durch Wölfe derzeit landesweit ungefähr vergleichbar eingeschätzt werde, sei eine Einteilung in Präventionsgebiete und sonstige Gebiete bewusst unterblieben.

 

 

 

Ebenso informiert das HMUKLV, dass Hinweise zum gesetzlich geforderten Grundschutz in der Broschüre „Sichere Weidezäune“ (Download unter https://www.ble-medienservice.de/1132/sichere-weidezaeune) zu finden seien. Dieser Grundschutz reiche nach den bisherigen Erfahrungen auch in Hessen weiterhin in den meisten Fällen bereits aus, um Wölfe sicher fernzuhalten.

 

 

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Antrag Schaf- und Ziegenbeweidung PLUS 2
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134 - 1206 PM Herdenschutzprämie Plus_fi
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Bundesratsentschlüsse zu Weidetierprämien für Schafe und Ziegen sowie Herdenschutz

 

 

Der Bundesrat hat am 28. Juni 2019 in seiner Plenumssitzung wichtige Beschlüsse zu den Themen Weidetierprämie und Herdenschutz gefasst.

 

So wird die Bundesregierung gebeten, zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage von Weidetierhaltern und zur Honorierung ihrer Biodiversitätsleistungen eine jährliche zusätzliche Förderung in Höhe von 30 Euro je Mutterschaf oder Ziege in der Weidetierhaltung zum nächstmöglichen Zeitpunkt vorzusehen. Die Zahlungen sollen aus der ersten Säule der GAP geleistet werden. Ähnliche Prämien gibt es in 22 von 28 EU-Mitgliedsländern. Die Begründung  

 

Der Entschluss kann unter https://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2019/0101-0200/141-19(B).pdf?__blob=publicationFile&v=1 eingesehen werden.

 

Daneben hat der von der Bundesregierung formulierte Gesetzesentwurf zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes ebenso mehrheitlich den Bundesrat passiert. Vorgesehen ist darin, die Entnahme von Wölfen bereits bei dem Auftreten von ernsten Schäden zu ermöglichen. Bislang ist dies erst bei einem erheblichen Schaden vorgesehen. Darüber hinaus ist die Möglichkeit zum Abschuss von einzelnen Mitgliedern des Wolfsrudels in engem räumlichen und zeitlichen Zusammenhang mit bereits eingetretenen Rissereignissen auch ohne Zuordnung dieser Schäden zu einem bestimmten Einzeltier bis zum Ausbleiben von Schäden vorgesehen. Das Füttern und Anlocken mit Futter von Wölfen soll verboten und die Entnahme von Hybriden zwischen Wolf und Hund zwingend vorgegeben werden.

 

Außerdem fordert der Bundesrat die Bundesregierung auf, ein nationales Herdenschutzinformationszentrum aufzubauen. Neben Beratung und Dokumentation soll die Weiterentwicklung von Herdenschutzmaßnahmen erfolgen und zusammen mit den Tierhalterverbänden erarbeitet werden.

 


Wolfsnachweis im Bereich Ulrichstein (Vogelsbergkreis)

 

Das HMUKLV informierte am 14.05.2019 über den Nachweis eines Wolfes im Bereich Ulrichstein (Vogelsbergkreis). Nach dortiger Einschätzung handelt es sich vermutlich um ein durchziehendes Einzeltier. 

 


Wolfsnachweis im Bereich Fulda (Rhön) sowie Bestätigung eines Wolfsrisses in Licherode (Landkreis Hersfeld-Rotenburg)

 

das HMUKLV informierte am 13.05.2019 via E-Mail, mit der Bitte um Information an Tierhalter über einen bestätigten Wolfsnachweis im Bereich Hofbieber bzw. Fulda (Rhön). Nähere Informationen liegen uns leider nicht vor. Sichtungen waren zuvor mehrfach auch in der Presse thematisiert worden.

Ebenfalls am 13.05.2019 informierte der Landesjagdverband mittels Pressemitteilung, dass ein Wolf für den vor einigen Wochen gefundenen Riss an zwei Schafen in Licherode (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) verantwortlich ist.

 


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Pressemitteilung des HMUKLV zu Wolfsichtung
PM Wolf in Marburg-Biedenkopf.pdf
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